Der Quoten-Polizist

„Oder so ne Asiatin aus dem Katalog? Vergiss es, Mann, ich steh auf große Titten und Arsch, nicht auf unterernährte Kinder.“

Mühsam beherrschte Max den Wunsch, sein Bier in dieses arrogante Gesicht zu gießen. Er rettete sich in ein Grinsen, das hoffentlich als kumpelhaft durchgehen würde.

„Klar doch, weiß ich ja, Ben.“

Wie konnte er ihn nur draufbringen, ohne den Vorschlag selbst zu machen?

Er ließ seinen Blick durch das Lokal schweifen, als könnte ihm die stylische Dekoration mit silbernen Skulpturen und raffinierten Lichtinstallationen eine Inspiration liefern. Sein Blick wanderte zur Bar und blieb an einer dunkelhäutigen Schönheit hängen. Er bemerkte aus den Augenwinkeln, dass Ben seinen Blicken gefolgt war, um zu sehen, was ihn so interessierte.

Prompt kam die Reaktion.

„Oh, Mann, das wäre meine Kragenweite!“

Betont beiläufig meinte Neumann: „Ob das ihr Mann ist daneben? Na, der Typ hat ein Glück. Wo die sich wohl kennengelernt haben?“

Für jeden normal Menschen wäre das viel zu platt gewesen, doch Ben kam einfach nicht auf die Idee, dass der unbedeutende Polizist Neumann ihn manipulieren könnte. Er sprang voll darauf an.

„Du, ich habe mal gelesen, dass viele Ausländerinnen deutsche Männer heiraten, damit sie in Deutschland bleiben können, auch wenn sie kein Asyl bekommen, stimmt das?“

Matthias bestätigte, ohne zu erwähnen, dass eine solche Scheinehe natürlich strafbar war. Gespannt wartete er. Bens blaue Augen funkelten.

„Wie man wohl an so was rankommt?“

Mhm, darüber hatte Matthias allerdings noch nicht nachgedacht. Während Ben die wildesten Spekulationen über „Wo kann Ben Kuznick eine Ausländerin einfangen“ von sich gab, erkannte Matthias, dass sein Plan nicht weiter als bis hierin gediehen war. Er hatte in Ben den Grundstein für einen schönen klaren 7250 gelegt – und es tat ihm überhaupt nicht leid. Ein Typ wie Ben würde eine Horde Staranwälte auffahren und mit einer Geldstrafe davonkommen.

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© Zwerg Nazi - Tina Ewald