Die Storys: Inhalte

Herzlich willkommen in einer märchenhaften Welt für alle, die ganz genau wissen, was richtig oder falsch ist. Für die es nur Herren und Beherrschte gibt. Die entscheiden, wer das Recht hat, zu leben - und wer nicht.

 

                                                                                                                                      Vor der Show

Manchmal war Joseph allerdings vielleicht ein wenig zynisch: „Die Massen so lange bearbeiten, bis sie uns verfallen sind“, so umschrieb er seine Aufgabe. Natürlich nur, wenn sie unter sich waren.

Verfallen – ja, das traf es aber schon. Das Gefühl war unbeschreiblich. Zehntausende, die ihm zujubelten. Die dafür bezahlten, ihn zu hören. Alleine das Geräusch, wenn sie

                                                  applaudierten. Gar nicht mehr aufhören wollten, seinen Namen zu rufen.

 

                                                                                                                                     Der Tag, an dem Ritchie Müller ...

Richie räumte entschlossen auch die restlichen Sachen aus seinem Kühlschrank. Polnische Gurken, holländische Tomaten, ungarische Peperoni, deutsche Möhren. Deutsche Möhren? Gierig biss Richie hinein.

Jetzt war das Regal dran. Knäckebrot mit Nutella? Nein, das Brot kam aus Schweden, in der Nutella war Schokolade und jedes Kind wusste, dass DIE nicht in Deutschland wuchs.

                                                                                                                                     Der Quoten-Polizist

„Du, ich habe mal gelesen, dass viele Ausländerinnen deutsche Männer heiraten, damit sie in Deutschland bleiben können, auch wenn sie kein Asyl bekommen, stimmt das?“

Matthias bestätigte, ohne zu erwähnen, dass eine solche Scheinehe natürlich strafbar war. Gespannt wartete er. Bens blaue Augen funkelten.

„Wie man wohl an so was rankommt?“

Mhm, darüber hatte Matthias allerdings noch nicht nachgedacht. Während Ben die wildesten Spekulationen über „Wo kann Ben Kuznick eine Ausländerin einfangen“ von sich gab, erkannte Matthias, dass sein Plan nicht weiter als bis hierin gediehen war.

 

                                                                                                                                      Die Fuchsjagd

Die Helfer waren zur Stelle, um unsere Strecke zu legen. Sie hatten einiges zu tun: Alle zehn Kameraden waren ebenfalls erfolgreich gewesen, jeder von uns hatte mindestens zwei Füchse erlegt. Im Akkord packten die Jagdhelfer die Beute jeweils an den Extremitäten und legten sie ordentlich nebeneinander auf die Wiese. Unsere Hunde bellten aufgeregt dazu. Fünf waren Junge, der Kleinste wohl gerade mal vier Jahre alt.

 

                                                                                                                                     Das Notrufsystem

Nu steht hinter Edda und sie lächeln sich an. Dann beginnt Nu, langsam den Laden hochzuziehen. Die Skins sind so verblüfft, dass sie ihre Attacken einstellen und einen Meter zurückweichen. In der Stille wird das gleichmäßige Geräusch deutlicher, doch die Skins scheinen es nicht wahrzunehmen. Als der Laden oben ist löst das den Bann und die Schwarzgekleideten reißen ihre Baseballschläger und Eisenstangen hoch. In diesem Moment ertönt hinter ihnen so etwas wie ein lautes Murmeln. Und sie drehen sich um.

                                                                                                                                      Die Schule der Köche

Die meisten Menschen fanden den neuen Slogan, der überall in der PR-Kampagne des Gastronomieverbandes auftauchte, lustig. „Wie beim Deutschen“ klang ja auch wie ein Scherz, nachdem jahrzehntelang viele Hobbyköche ihren ganzen Ehrgeiz reinlegten, dass ihre Gäste sagten, es habe „wie beim Italiener“ oder „wie beim Griechen“ geschmeckt.

 

                                                                                                                                      Der Streber

Sebastian vervollständigte innerlich die Sätze, die der Betriebsrats-vorsitzende Paul Meier offenbar von sich gegeben hatte: „Die Kollegen machen sich Sorgen, was passieren könnte, wenn sich herausstellte, dass Sebastian tatsächlich ein Terrorist ist und Anschläge auf das der amerikanische General Motors gehörende Unternehmen Opel verüben würde.“

Er hatte als Kind immer den Mut von Don Quijote bewundert, allein gegen die riesigen Windmühlen anzutreten, das ungleiche Kräfteverhältnis missachtend. Jetzt hatte er das Gefühl, dass der Don ein Idiot war.

 

                                                                                                                                      Der Zwerg Nazi

Der Kleine betrachtete sein Werk mit den Gefährten sinnend vom Seeufer aus, ein fast süßer Duft von verbranntem Fleisch strömte ihnen aus dem Haus entgegen. Gedämpft hörte er Schreie, doch sie wurden schnell leiser. Und plötzlich wusste er, dass er groß war, stärker als alle anderen, denn war er nicht der Herr über Leben und Tod dieser Menschen?

                                                                                                                                      Die Armen im Geiste

„Nach der bahnbrechenden Erkenntnis von Dr. Ralf Kellner zum Zusammenhang zwischen Bräune und Intelligenz war klar, dass die Tage der Sonnenstudios gezählt sind“, erklärte Geschäftsführer Markus Meinert. „Aber die SunnyPlaces haben schnell reagiert. Wir wissen, dass unsere Kunden das entspannende Gefühl der Wärme ganz besonders schätzen – und darauf muss niemand verzichten!“

 

                                                                                                                                      Die Ranking-Show

Jetzt ist es endlich soweit. Sicher haben es die meisten von Ihnen schon erraten, wer unser Sieger ist. Hier ist er also: Der erfolgreichste Völkermörder des 20. Jahr-hunderts!

Off: Platz 1 der spektakulärsten Völkermorde des 20. Jahrhunderts. Ein giftiger Cocktail aus Rassenhass, Machtgier, Gnadenlosigkeit. Und er steckt bis zum Hals mittendrin: Adolf Hitler, Frontmann der umstrittenen Partei NSDAP.

                                                                                                                                      Sportsgeister

„Wir haben sechs Spieler, bei denen wir bisher nur intern festgestellt haben, dass sie einen ausländischen Familienhintergrund haben, ihre Namen lassen das nicht erahnen: Kluge, Reimer, Meier, Schmidt, Hartmann und Beck.“

Er schwieg einen Moment und Thalers schlechtes Gefühl verstärkte sich.

„Welche Unterlagen müssen wir fälschen, um das zu verheimlichen, wen müssen wir bestechen, um das hinzukriegen und wie schnell ist das machbar?“

 

                                                                                                                                       ... und raus bist Du!

Exklusiv-Wahl initiierte ein Projekt zur kostenlosen medizinischen Versorgung von Obdachlosen: „Ärzte für Alle“. Oder auch: Projekt Troja. Jede Blutprobe testeten die Ärzte aber ohne das Wissen des Patienten auf AIDS und andere ansteckende Krank-heiten. Fiel der Test positiv aus, wurde der Patient nicht informiert. Entweder schickte man ihn in seine Unterkunft zurück, in der Hoffnung, dass er seine Krankheit fleißig verbreitete. Oder er wurde unter einem Vorwand in eine andere Einrichtung verlegt, wenn die täglich aktualisierte Übersicht im NK-Net ergeben hatte, dass die Bewohner dieser Unterkunft unangenehm gesund waren.

 

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© Zwerg Nazi - Tina Ewald